Jubiläumsfeier zum 75-jährigen Bestehen des Stiftsbunds

Samstag, 6. November 2021, 11 Uhr, Speratushaus Ellwangen

© Judith Kinitz

© Biondini/Falschlunger

„Coronare Gefäße – Künstlersein in 2020/21“
Vortrag von Nora Gomringer

Nora Gomringer, vielfach preisgekrönte Dichterin und Performerin,
geht in ihrer Rede „Coronare Gefäße” auf das Künstlerdasein „unter erschwerten Bedingungen” ein, nämlich Tage, Wochen, Monate in der Pandemie, im Lockdown, im Auf-und-zu-Abstands-und-staatliche-Hilfen-Stress. Aus ihrer persönlichen Beobachtung wird sie Projekte vorstellen, die gelungen und flexibel auf die neue Situation reagieren konnten und aus ihrer eigenen Arbeit Beispiele vorstellen. Ist Corona-Kunst entstanden? Wenn ja, was zeichnet diese aus? Was hat die Pandemie aus der Rezeptionskultur gemacht? War der Einzug ins Digitale ein großer Durchzug, dem die Tür nun nicht mehr geschlossen werden kann? Welchen Nutzen ziehen Institutionen aus neuen Perspektiven? Und was passiert in der Kunst, wenn nach Corona eigentlich vor Corona ist? In vier Bildern berichtet die Autorin und Direktorin des Künstlerhauses des Freistaats Bayern, wie sie als Künstlerin und wie anders sie als Kulturförderin sie auf das Dilemma der vergangenen Monate reagiert hat.
Sie tut es mit Augenzwinkern und Augenringen in rund 50 Minuten.


Musik: Luciano Biondini (Akkordeon), Klaus Falschlunger (Sitar)

Akkordeonist Luciano Biondini und Klaus Falschlunger an der Sitar gehören zu jenen Musikern, die, mit offenen Augen und Ohren ausgestattet, immer wieder ein Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Musiktraditionen und Stilrichtungen suchen. In ihrem neuen Programm „Once In A Blue Moon“ durchstreifen die zwei Virtuosen die weiten Galaxien der westlichen und östlichen Musikhemisphäre – Seelenmusik voller Poesie, Energie und feinem Humor. Sie schlagen Brücken zwischen indischer Musik, Jazz, Pop und Folk und bis in die italienische Folklore hinein. Ihre musikalischen Tagebuchaufzeichnungen sind Klangerlebnis der besonderen Art!

Luciano Biondini gewann früh zahlreiche Preise für klassisches Akkordeon, darunter Trophée Mondial de l‘Accordéon und Premio Internazionale di Castelfidardo. Seitdem er sich dem Jazz zugewandt hat, arbeitete er u.a. mit Rabih Abou-Khalil, Dave Bargeron, Michel Godard, Lucas Niggli, Battista Lena, Gabriele Mirabassi, Enrico Rava, Tony Scott, Javier Girotto u. v. m. Als ein echter Meister des Instruments und als Solist von überwältigender Dramatik vermag er jedem musikalischen Kontext Substanzielles und Originelles hinzuzufügen.

Klaus Falschlunger studierte sein Handwerk in Indien und Wien und paart Westliches mit Östlichem, wie es ihm in den meisterlichen Fingern liegt. Er hat er sich zu einem Könner auf dem Instrument und einem aktiven Vertreter der indisch-europäischen Szene in Europa entwickelt und zählt derzeit zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Sitarspielern Europas.
Die meditativen Klänge eines der berühmtesten Saiteninstrumente des asiatischen Kontinents verfrachten einen unweigerlich in eine Stimmung von „1001 Nacht“.

Bildnachweis: Nora Gomringer – © Judith Kinitz / Biondini/Falschlunger © Biondini/Falschlunger