„Wir können alles – bald auch Norddeutsch.

Montag, 4. April 2022, 19.30 Uhr

Palais Adelmann, Ellwangen

Eintritt frei

„Wir können alles – bald auch Norddeutsch.
Über die Entwicklung der Dialekte und der Standardsprache in Süddeutschland“

Vortrag von Prof. Dr. Hubert Klausmann
(Universität Tübingen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft)

In seinem Vortrag wird Hubert Klausmann, ehemals Lehrer am Peutinger-Gymnasium, darlegen, wie es um die baden-württembergischen Dialektlandschaften bestellt ist. Zunächst muss aber geklärt werden, woher unsere Dialekte überhaupt kommen, welche Dialektlandschaften es bei uns gibt und wie man sie voneinander abgrenzt. Die Frage, welche Zukunft unsere Dialekte heute überhaupt noch haben, führt dann zur Beschreibung des schwierigen Verhältnisses zwischen Hochdeutsch und Dialekt. Hierbei muss dann auch auf die Einstellung der Schule, der Medien, der Eltern, der Öffentlichkeit gegenüber Dialekt sprechenden Personen eingegangen werden. In diesem Zusammenhang zeigen neuere Forschungen, wohin die Richtung geht: Bald können wir auch Norddeutsch.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Förderverein Schwäbischer Dialekt e. V.

Zur Person
Prof. Dr. Hubert Klausmann ist in Breisach am Rhein geboren und hat dort sein Abitur abgelegt. Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik in Freiburg und Grenoble kam er 1985 ans Peutinger-Gymnasium, wo er viele Jahre neben dem Unterricht in den Fächern Deutsch und Französisch auch die Unterstufen-Theater-AG und die Literatur-AG leitete. Neben der Schule war er jahrzehntelang Mitarbeiter am „Vorarlberger Sprachatlas“. Diese Forschungsarbeit war die Grundlage für seine Habilitation im Jahr 2000 an der Universität Bayreuth zum Thema „Wortgeografie der Sprachlandschaften Vorarlbergs und Liechtensteins“. Seit 2009 leitet er das Projekt „Sprachatlas von Nord Baden-Württemberg“ am Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen, seit 2015 ist er dort zusätzlich Leiter der Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“.
Neben seinen Forschungstätigkeiten bemüht sich Hubert Klausmann immer wieder darum, wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiteren Publikum zu vermitteln. Diese Bemühungen führten auch zu zahlreichen populärwissenschaftlichen Büchern. Hierzu gehören etwa der „Atlas der Familiennamen von Baden-Württemberg“, die Einführung in das „Schwäbische“ oder der erst vor kurzem erschienene „Kleine Sprachatlas von Baden-Württemberg“.
Hubert Klausmann berät Ministerpräsident Kretschmann bei dessen Initiative zur Stärkung der Dialekte in Baden-Württemberg und ist häufiger Gast bei SWR-Sendungen, wenn es um das Thema „Dialekte“ geht.